Grafik Jahrestagung mit Text

WERKSTÄTTEN

In thematischen Werkstätten arbeiten die Tagungsteilnehmer*innen gemeinsam mit den Werkstatt-Referent*innen und gegebenenfalls Adressat*innen an einer fachlichen Fragestellung. Die Werkstätten sind partizipativ und diskursiv ausgerichtet, sodass die Teilnehmer*innen die Werkstätten aktiv mitgestalten können und das Ergebnis jeder Werkstatt offen ist. Die Werkstätten werden ausgerichtet von Fachkräften verschiedener Praxisfelder, Vertreter*innen der Wissenschaft und Adressat*innen.

 

INHALTE DER WERKSTÄTTEN

Werkstatt 01

Kinder in und mit zwei Familien – Ansprüche an die beteiligten Erwachsenen

Kinder, die in einer Pflegefamilie leben, bewegen sich in, mit und zwischen zwei Familien. Dies zu bewältigen, wird auch durch die Haltung der erwachsenen Beteiligten beeinflusst. Eltern und Pflegeeltern sind gefordert zu kooperieren, um eine möglichst entspannte Situation für Pflegekinder zu schaffen. Dabei ist eine fachliche Begleitung und Unterstützung durch Soziale Dienste unerlässlich.

In dieser Werkstatt werden Spannungsfelder aus der Praxis, die sich im Zusammenwirken ergeben, skizziert und Ideen entwickelt, wie eine Kooperation zwischen Eltern und Pflegeeltern gelingen kann. Im Zusammenspiel von Praxis- und Forschungsperspektive wird ein breiter Bogen gespannt, der zentrale Themen wie Elternberatung, Umgangskontakte und Loyalitätskonflikte berücksichtigt, bestehende Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigt und neue erarbeiten will.

Gesprächspartnerinnen: Ina Ruchholz (Perspektive gGmbH), Anke Willemer (PiB Bremen)

Werkstatt 02

Die »kleinen Pädagogen« in Pflegefamilien

Pflegefamilien – das sind Beziehungen zwischen Pflegekindern, Eltern und oft auch deren leiblichen Kindern als Geschwister. Wenn sich im vorzustellenden Netzwerk die Kinder ab 12 Jahren treffen, dann stolpern die meisten von ihnen erst einmal über die Worte »leibliche« Kinder und »Pflegekinder«, was alle Kinder mit Rollen- und Identitätsfragen konfrontiert. Erwachsene Pflegekinder als ehemalige Adressat*innen haben uns in Interviews von ihrem Erleben und Auseinandersetzen mit diesen Fragestellungen erzählt. Die vielen Einblicke, die sie uns dabei gegeben haben, bringen wir gemeinsam mit O-Tönen von leiblichen Kindern in die Werkstatt ein. Auf diesen Berichten aufbauend laden wir Sie ein, gemeinsam Ihre Erfahrungen und unsere Kenntnisse in dieser Werkstatt zu erörtern und neue Ideen zu entwickeln, was für die Arbeit mit dem gesamten Familiensystem hilfreich ist.

Gesprächspartnerinnen: Monika Rüsch, Cathrin Schipp (Netzwerk Pflegefamilien im VSE NRW)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 03

Heimerziehung kann Sozialraumorientierung

Die Heimerziehung soll Kindern und Jugendlichen einen geschützten pädagogischen Ort außerhalb der Herkunftsfamilie bieten. Gleichzeitig sind die Beziehungen zu und der gelebte Alltag mit Eltern, Geschwistern, Nachbarn und Freunden so zu stärken, dass die jungen Menschen den Zu- und Übergang in ihren Sozialraum nicht verlieren. Das konkrete Gestalten und Leben der bedeutsamen Orte außerhalb der Jugendhilfe sollen gestärkt werden, doch wie kann dies auch mit dem »Schutzauftrag« in Einklang gebracht werden?

Die IGfH-Fachgruppen Heimerziehung und Integrierte Hilfen laden in Form eines WorldCafés dazu ein, Gelingensbedingungen, Definitionen, Ressourcen, Stolpersteine und neue Ideen einer sozialraumorientierten Heimerziehung auszuloten und diskutieren.

Gesprächspartner*innen: Michael Wantschura (heilpädagogisch psychotherapeutische Kinder- und Jugendhilfe), Susanne Schlosser (Postillion e. V.), Felix Keil (Radebeuler Sozialprojekte gGmbH), Christian Bull (Schabernack – Zentrum für Praxis und Theorie der Jugendhilfe e. V.)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 04

Orte aneignen, Orte schaffen: Mädchen*rechte und -bedarfe in den erzieherischen Hilfen

In dieser Werkstatt wollen wir mit den Teilnehmenden über mädchen*spezifische Bedarfe und Orte in den Austausch gehen: Was sind mädchen*spezifische Orte und inwiefern und warum brauchen wir diese (besonderen) Orte in den Erziehungshilfen? Gemeinsam wollen wir Forschungsergebnisse zur doppelten Benachteiligung von  Mädchen* in den erzieherischen Hilfen nicht nur diskutieren, sondern lösungsorientiert weiterdenken. Wir werden zusammen erarbeiten, was Mädchen* brauchen, um sich (pädagogische) Orte aneignen und für ihre eigenen Rechte einstehen zu können. Daran anschließend erörtern wir, welche Voraussetzungen im Kinder- und Jugendhilfesystem bzw. auf struktureller und institutioneller Ebene geschaffen werden müssen, um als Fachkraft gendersensibel zu agieren und solche Orte schaffen zu können. Dabei ist uns wichtig, dass die Teilnehmenden praxisnahe Impulse für die eigene Arbeit gewinnen.

Diese Werkstatt wird von der IGfH-Fachgruppe Mädchen und Frauen ausgerichtet.

Gesprächspartnerinnen: Laura Serhat (Mädchenhaus Bremen), Sarah Sobeczko (Frauen helfen Frauen e. V. Marburg)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 05

Partizipation? Bingo! Bausteine und Methoden der Beteiligung

Partizipation ist ein Recht aller Kinder und gleichzeitig fachliches Qualitätskriterium in der Jugendhilfe. Werden Kinder und Jugendliche, die in Pflegefamilien oder Erziehungsstellen leben, auf angemessene Weise informiert? Können sie mitmischen und werden nicht einfach nur »gehört«, sondern ermächtigt? Können sie Wirkung erzielen bei dem, was ihnen wichtig ist? »Bingo!« als Antwort auf die Frage nach Partizipation kann deshalb heißen: Hier läuft’s! Und das, was wir zumindest aus der Theorie gut kennen, funktioniert praktisch. In letzterem Sinne ist »Bingo« auch eine Methode, mit der wir uns dem Ziel »Partizipation« spielerisch und fachlich nähern können − genauso wie das »M&M-Spiel«, der »Familientisch« und andere Methoden zur Beteiligung.

In der Werkstatt laden wir Sie ein, praxisnahe Bausteine und Methoden zur Förderung von Partizipation kennenzulernen, auszuprobieren und gerne eigene Ideen einzubringen, die sich in Ihrer Praxis bewährt haben.

Gesprächspartnerinnen: Katrin Behrens (Kompetenzzentrum Pflegekinder), Sabine Simon (PiB Bremen)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 06

Von einem pädagogischen Ort zum anderen? Übergänge als sozialpädagogische Gestaltungsaufgabe

Die Gestaltung von Übergängen ist für Bereitschaftspflegefamilien ständige Herausforderung und gängige Praxis. Sie sind gefordert, mit höchster Sensibilität auf Kinder, die oft unvorbereitet und krisenbelastet in Obhut genommen werden, einzugehen. Ebenso begleiten sie die Prozesse aus der Bereitschaftspflege heraus – entweder die Rückkehr des Kindes in sein Familiensystem oder in eine Anschlusshilfe. Je länger die auf befristete Zeit ausgerichtete Notunterbringung erfolgt, umso anspruchsvoller werden diese Aufgaben und müssen durch einen beratenden und begleitenden Fachdienst professionell gerahmt werden. Wenn die Inobhutnahme, aber auch der Übergang in eine entsprechende Anschlusshilfe nicht zur biografischen Zäsur werden sollen, muss aus sozialpädagogischer Perspektive eine Antwort darauf gefunden werden, wie diese Übergänge möglichst behutsam für die Kinder gestaltet werden können und ihnen die anschließende Bewältigung erleichtert werden kann.

Die Werkstatt bietet Gelegenheit, sich zu diesem hochsensiblen Thema auszutauschen, voneinander zu lernen, kritisch miteinander zu diskutieren und wichtige Impulse für den Fachdiskurs zu geben.

Gesprächspartnerinnen: Delia Kubiak (PiB Bremen), Corinna Petri (Perspektive gGmbH)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 07

Heimerziehung als Ort der Partizipation von Eltern: Wie kann das gelingen?

Die Wirksamkeitsforschung zeigt, dass die Beteiligung von Adressat*innen ein entscheidender Faktor für das Gelingen von Hilfeprozessen in der Heimerziehung ist. Vor diesem Hintergrund werden partizipative, kommunikative und demokratische Elemente im Alltag von Einrichtungen gefordert, die Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen und ihre Familien ermöglichen. Wie Partizipation konkret umgesetzt werden kann, ist in Bezug auf Kinder und Jugendliche bereits vielfach erprobt und umgesetzt worden. Die Frage, wie Heimerziehung auch einen Ort der Partizipation für Eltern bieten kann, stellt die Praxis jedoch vor zahlreiche Herausforderungen, sodass die Entwicklung von Konzepten  eher noch am Anfang steht. Mit Hilfe der Ergebnisse verschiedener Forschungs- und Praxisprojekte zur »Elternpartizipation« können wir in den Blick nehmen, wie Eltern Heimerziehung erleben und welche Interessen und Wünsche sie mit diesem Ort verbinden. Vor diesem Hintergrund werden wir Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Heimerziehung diskutieren und gemeinsam an konkreten Vorschlägen von Konzeptbausteinen zur Elternpartizipation arbeiten.

Gesprächspartner*innen: Nicole Knuth (Fachhochschule Dortmund), Remi Stork (Fachhochschule Münster)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 08

Was können Erziehungshilfen von der Kita lernen?

Immer mehr Kinder besuchen früher und länger eine Kindertagesstätte (Kita), eine Krippe, einen Kindergarten oder Hort. Damit übernimmt und begleitet die Kita in verstärktem Maße das Aufwachsen der Kinder als außerfamiliärer Ort der Kindheit. Im Bundesmodellprojekt der IGfH-Arbeitsgruppe »Kindertagesstätte/Hilfen zur Erziehung« haben wir untersucht, was eine Kita braucht, damit Kita ein Ort für alle Kinder wird und jedes Kind eine Chance hat, auch wenn es aus belastenden Bedingungen kommt. Wie sieht eine inklusive, aushaltende, nicht ausgrenzende Praxis bzw. Hilfe aus? Wie lassen sich bewusste Planung und Dynamik, Veränderbarkeit, Bedarfsgerechtigkeit zusammenbringen?

In dieser Werkstatt spiegeln wir diese Arbeitsergebnisse aus dem Bundesmodellprojekt auf das Jugendhilfe-Arbeitsfeld »Erziehungshilfen« zurück und wollen gemeinsam mit den Teilnehmer*innen beleuchten, was Erziehungshilfen von Kitas lernen können und wie eine veränderte Praxis aussehen kann. Wir laden ein, mit uns entlang der Dimensionen »Sozialraumbezug/Öffnung zum Sozialraum«, »Inklusion«, »Elternbeteiligung/Mitsprache«, »Kooperation & Vernetzung« und »Planung & Transformation von Orten« Veränderungen professioneller Orientierung zu diskutieren.

Gesprächspartner: Stefan Lenz (Postillion e.V.), Friedhelm Peters (ehs Dresden)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 09

Selbsthilfe in der Pflegekinderhilfe

»Endlich hört uns jemand zu!« − Selbsthilfezusammenschlüsse von Pflegefamilien bieten neben vielfältigen Aktivitäten für Erwachsene und Kinder auf Gruppenebene wichtige Orte des Austauschs und der politischen Organisation. PFAD für Kinder, Pflege- und Adoptivfamilien in Augsburg & Umgebung bietet seit Jahren eine Selbsthilfegruppe bzw. Frühstückstreffen für Pflege- und Adoptiveltern an. Unser Ziel ist es, Pflegefamilien so zu unterstützen, dass bei allen beteiligten Berufsgruppen (Richter*innen, Ärzt*innen, Politiker*innen, Pädagog*innen) mehr Verständnis für die Probleme im Pflegekinderwesen entsteht und Kooperationen zwischen Jugendämtern, Pflegekinderdienst und Pflegefamilien gestärkt werden.

In dieser Werkstatt berichten wir über Entstehung, Entwicklung, Akzeptanz, Probleme und Themen von Pflege- und Adoptiveltern und beleuchten Unterstützungsmöglichkeiten bei Selbsthilfegruppen.

Gesprächspartnerinnen: Ulrike Schulz (PFAD Bundesverband), Elke Brehm-Kröning, Alwine Höckmair (PFAD Augsburg und Umgebung)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 10

Erziehungsstellen als Arbeitsfeld – Familie als Arbeitsort

In diesem Werkstattangebot möchten wir die Vielfalt von Erziehungs- stellen als Arbeitsort vorstellen. Was sind Erziehungsstellen heute? Welche Rahmenbedingungen liegen vor? Worin liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Ausgestaltung und Umsetzung der unterschiedlichen Formen? Was bedeutet es, wenn öffentliche Erziehung auf privates Umfeld trifft? Welche Kinder und Jugendliche kommen in eine Erziehungsstelle? Was heißt Arbeit mit Herkunftssystemen? Wie kann »Biografiearbeit« aussehen? Wie findet das Wechselspiel zwischen Jugendamt als Kooperationsträger mit der Einrichtung/dem Fachdienst und der Erziehungsstelle statt? Welche Belastungen können für die aufnehmende Familie entstehen? Gibt es Entlastungsangebote und wie können diese ausgestaltet sein?

Wir werden uns diesen und weiteren Fragen im Rahmen der Werkstatt annähern und dabei auch konkrete Konzepte und Methoden vor Ort kennenlernen.

Die Werkstatt findet ganztägig in den Räumen der Leinerstift Erziehungsstellen gGmbH im Regionalbüro Berlin statt.

Gesprächspartnerinnen: Ulrike Doktorczyk (eva Stuttgart), Martina Fackeldey (Leinerstift Erziehungsstellen gGmbH), Wera Thomssen (Martin-Bonhoeffer-Häuser Tübingen)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 11

Die Regulierung digitalen Medienhandelns im pädagogischen Alltag der stationären Erziehungshilfen

Wenn es darum geht, wer wie lange und zu welchem Zweck digitale Medien nutzen darf, liegen die Vorstellungen von Fachkräften und jungen Menschen oftmals weit auseinander. Während die einen in erster Linie Risiken sehen und digitale Medien als Störfaktor beim Bearbeiten ihrer pädagogischen Ziele empfinden, würden die anderen am liebsten rund um die Uhr am Smartphone hängen und chatten, spielen, Selfies und Videos produzieren usw. So oder so ähnlich sehen nicht selten die gegenseitigen Unterstellungen aus. Solche (Fehl-)Einschätzungen führen häufig zu Regelkonstrukten, die sich zwar möglicherweise in der alltäglichen praktischen Handhabung bewähren, jedoch auch hinderlich für die Gestaltung eines guten und anregenden Lebens- und Lernorts für Jugendliche sein können. In der Werkstatt werden verschiedene Herangehensweisen, Aushandlungsmodi und praktikable Lösungsansätze diskutiert.

Gesprächspartner: André Weßel (TH Köln), Chris Lintwo (Evangelische Jugendhilfe Geltow)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 12

»All-inclusive« – Kinder mit Behinderungen in Pflegefamilien als wertvoller Beitrag zur Inklusion

Wir führen Sie vielgestaltig und zielstrebig – bildlich und mit kurzen Worten – ein in das Alltagserleben von Pflegefamilien, die ein Kind mit Behinderung oder einer chronischen Erkrankung bei sich aufgenommen haben. In 20 mal 20 Sekunden setzen wir einen Themenimpuls zu Beginn unserer Inklusionswerkstatt. Im Anschluss erarbeiten wir gemeinsam die Rolle von Pflegefamilien inmitten der gesellschaftlichen Diskussion zur Inklusion.

Wir diskutieren mit Ihnen z. B. folgende Fragen: Welche Herausforderungen werden zur Normalität und welche Normalität in der Pflegefamilie wird zur Herausforderung in der Beratung? Welche Unterstützung brauchen diese Familien? Was können Berater*innen/Helfer*innen dazu beitragen? Welche Impulse lassen sich daraus für die gesellschaftliche Diskussion zum Thema Inklusion ableiten? Wir freuen uns auf die Diskussion und die gemeinsame Arbeit in dieser Werkstatt!

Gesprächspartner*innen: Kerstin Held (Bundesverband behinderter Pflegekinder), Thomas Vieten (Neukirchener Erziehungsverein), Boris Wellssow (Diakonie Düsseldorf)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 13

Jugendhilfe und Obdachlosigkeit: Strukturelle Probleme – Lösungsansätze in der Praxis

Immer mehr junge Menschen sind wohnungs- oder obdachlos – viele von diesen lebten zuvor in den Erziehungshilfen. Die Berichte von jungen Betroffenen und Praxisforschung zeigen auf, dass die Jugendhilfe durch oftmals rigide Erziehungskonzepte und strukturellen Lücken im Übergang ins Erwachsenenleben mit dazu beiträgt, dass Wohnungslosigkeit provoziert bzw. begünstigt wird. In der Werkstatt wollen wir uns mit den Erfahrungen der Teilnehmer*innen in ihrer Praxis befassen. Was kann die Kinder- und Jugendhilfe dazu beitragen, entkoppelte junge Menschen wieder an das Hilfesystem anzubinden? Was ist notwendig, damit Wohnungslosigkeit junger Menschen gar nicht erst entsteht? Was brauchen »entkoppelte« junge Menschen, um wieder Vertrauen ins System zu gewinnen?

Gesprächspartner*innen: André Neupert und Vertreter*innen von MOMO – The voice of disconnected youth, Britta Sievers (IGfH Care Leaver Projekte)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 14

Jugendhilfe für begleitete Minderjährige in Aufnahmeeinrichtungen und AnkER-Zentren

Die Aufnahmeeinrichtungen der Bundesländer, darunter auch die sog. AnkER-Einrichtungen, sind Einrichtungen für mehrere hundert oder tausend Personen. Dass solche Einrichtungen keine kindgerechte Umgebung bieten, ist ein zentrales Ergebnis verschiedener Studien und Befragungen. Mit dem Umbau des Aufnahmesystems seit 2015 sind Aufnahmeeinrichtungen zu langfristigen Lebensorten für Familien geworden. Daher stellt sich die Frage, ob und wie die Kinder- und Jugendhilfe hier Betroffene wirksam unterstützen kann. Welche Rechtsansprüche bestehen? Welche Hilfen können installiert werden? Wie kann mit dem Anspruch auf einen Kita-Platz umgegangen werden? Welche Forderungen können gegenüber der Politik entwickelt werden? Diese Fragen werden in der Werkstatt diskutiert.

Gesprächspartner*innen: Tobias Klaus (BumF), Nerea González Méndez de Vigo (BumF)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 15

Gute Unterstützung für Pflegefamilien und Erziehungsstellen ermöglicht gute Orte für Kinder

Pflegefamilien und Erziehungsstellen sind hohen Herausforderungen ausgesetzt. Gründe dafür liegen z. B. in der Biografie der aufgenommenen Kinder oder in der Veränderung der familiären Rollen. Unterschiedliche Konstellationen des Zusammenlebens haben Einfluss auf die Stabilität der Familien. Wie können Stabilität und Sicherheit für Pflegefamilien gestaltet werden, um dauerhaft gute Orte für Kinder und betreuende Familien zu werden? Wo sind Ressourcen zu finden? Wo sind Rückzugsräume, die zum Auftanken oder als Kraftquelle dienen? Wie schützen wir die Familie vor unangemessenen Anforderungen? Warum sind diese Orte so wichtig für Familien, die einem aufgenommenen Kind einen guten Platz in ihrer Familie zur Verfügung stellen wollen? In der Werkstatt wollen wir uns diesen Fragen stellen und gute Orte für die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar machen.

Gesprächspartnerinnen: Claudia Gerling (pro Juventa), Anke Kuhls (Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Göttingen)

Zurück - nach Oben

Werkstatt 16

Sozialadvokatorisches Handeln als Element der Haltung in Erziehungshilfen?!

Sozialadvokatorisch ist ein Handeln, wenn es im Sinne der Interessen und Wünsche der Adressat*innen geschieht und diese die Möglichkeit haben, es zu beeinflussen. Auch wenn sich neue Institutionen und Verfahren wie Beschwerdeverfahren oder Initiativen unabhängiger Ombudschaft etabliert haben, sind doch alle Akteur*innen der Erziehungshilfen in grundlegender Weise normativ und fachlich aufgerufen, sich für die Verwirklichung der Rechte und der Interessen der Adressat*innen einzusetzen. In der Werkstatt soll mit den Teilnehmer*innen anhand ihrer Erfahrungen diskutiert werden, inwiefern sozialadvokatorisches Handeln in der Haltung eine Rolle spielt oder spielen sollte. Es geht aber auch um die Frage, welche Voraussetzungen es für eine Realisierung vor Ort braucht und auch, welche Hindernisse in der Praxis wahrgenommen werden.

Gesprächspartner*innen: Nicole Rosenbauer (ehs Dresden), Kolleg*innen aus ombudschaftlichen Initiativen

Zurück - nach Oben

Werkstatt 17

(Dis-)Kontinuitäten und Transformationen – Die Geschichte des Campus der FH Potsdam

Der Campus entstand auf Kasernengelände des Bornstedter Felds, das Mitte des18. Jahrhunderts als größter Exerzierplatz der Garnison galt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges plante die Stadt in der 1935 von den Nationalsozialisten errichteten »Adolf-Hitler-Kaserne« Wohnungen und Industriebetriebe anzusiedeln. Dies wurde jedoch nicht realisiert, da sowjetische Truppen das Gelände weiterhin militärisch nutzten. Bis zum Abzug der russischen Truppen 1993 blieb das Gebiet verschlossen. 1994 zogen die ersten Fachbereiche auf das heutige Campusgelände. Mit dieser Werkstatt begeben wir uns auf eine Zeitreise und erfahren etwas über den Campus als historischen Ort.

Gesprächspartner: Andreas Kahlow, Andreas Klose (FH Potsdam)

Zurück - nach Oben