Grafik Jahrestagung mit Text

Erziehungshilfen als pädagogische Orte

Verschoben auf 2021

Aufgrund der Corona Krise können wir die Jahrestagung nicht wie geplant in der FH Potsdam ausrichten und müssen die Tagung leider auf 2021 verschieben. Wir teilen zeitnah mit, wann dieser Nachholtermin sein wird. 
Alle Beteiligten bedauern dies ungemein und hoffen auf Ihr Verständnis! 

 

Der Begriff des Ortes verweist auf die realen und konkreten Lebensbedingungen, in denen (junge) Menschen zu Hause sind. Aber Orte sind immer auch Beziehungs-Räume. Ihre Bedeutung ergibt sich auch aus den gelebten Beziehungsangeboten vor Ort und den Möglichkeiten, soziale Beziehungen darüber hinaus zu gestalten, aufrecht zu erhalten und sich zu verschiedensten Orten in Bezug zu setzen.

Stationäre Erziehungshilfen, in Gestalt von Wohngruppen oder Pflegefamilien, sind auch öffentlich-rechtlich strukturierte Orte für Kinder, Jugendliche und Familien mit entsprechenden Vorgaben. Aber sie sind eben auch alltägliche und selbst gestaltete Orte der Kinder / Jugendlichen und Familien. Im Sinne einer lebensweltorientierten Haltung sollen sich Erziehungshilfen als alltägliche Orte der Kindheit und Jugend nicht grundsätzlich von anderen Lebensorten unterscheiden. Junge Menschen müssen dabei Orte vorfinden, in denen sie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und sozialer Vielfalt erfahren, an denen sie Beziehungen zu Familie, Eltern und Freunden leben und gestalten können. Es geht um Orte, an und in denen junge Menschen Ressourcen zur Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben vorfinden – einschließlich der Zugänge zu mediatisierten Welten und Orten. Denn die Frage des Zugangs zu digitalen Medien und Orten ist heute eng mit der Frage der sozialen und kulturellen Teilhabe verbunden.

Stationäre Erziehungshilfen in Form von Wohngruppen und Pflegefamilien sollen aber nicht nur normale Orte des Aufwachsens sein, sondern auch besondere Orte darstellen, die neue und alternative Handlungsmöglichkeiten und Beziehungen ermöglichen. Sie sollen neue Entwicklungsprozesse anregen, Rechte von jungen Menschen einlösen und vertreten sowie Schutz bieten. Das geht nicht ohne Gestaltung durch ein professionelles Umfeld oder durch Fachkräfte. Das wiederum macht sie auch zu (Arbeits-)Orten des professionellen Handelns. Und nicht zuletzt bilden Erziehungshilfen aufgrund der staatlichen Verantwortung auch einen Ort der gesellschaftlichen Auseinandersetzung, wenn Kinder (zeitweilig) nicht bei ihren Eltern leben können.

Entlang dieser Dimensionen widmet sich die Jahrestagung der IGfH und der Fachhochschule Potsdam den Fragen nach dem Auftrag und den Möglichkeiten der Gestaltung der Erziehungshilfen als pädagogische Orte.

Als Impulsvorträge treten am ersten Tag grundsätzlichere sozialpädagogische Überlegungen zur Gestaltung des Ortes in Erziehungshilfen in einen Dialog mit den Erfahrungen von Adressat*innen und werden mit den Teilnehmer*innen diskutiert. Daraufhin begeben wir uns gemeinsam nach draußen in sogenannte »OpenSessions«. Angeboten werden kreative, performative und dezentrale Aktivitäten und Denkansätze quer über den FH-Campus verteilt. Der zweite Tag fokussiert zunächst in drei Fachforen auf Kerndimensionen erzieherischer Hilfen, die anschließend in facettenreichen und praxisorientierten Werkstätten gemeinsam weiter bearbeitet werden. Schließlich bieten Exkursionen die Möglichkeit, fachliches Handeln und Konzepte vor Ort in Einrichtungen in und um Potsdam im kollegialen Dialog kennenzulernen. Am dritten Tag schaffen ein Feedbacktheater vom »Improtheater Potsdam«, gefolgt von filmisch-dokumentarischen Blicken auf Erziehungshilfen der Drehbuchautor*innen Aelrun Goette und Hans-Ullrich Krause Angebote des Nachdenkens über den pädagogischen Ort und seine Gestaltung. Eine abschließende fachpolitische Diskussionsrunde mit digitaler Beteiligungsmöglichkeit der Teilnehmer*innen soll gesellschaftspolitische Impulse für Reflexionen und Zukunftsideen freilegen.

Die Fachtagung richtet sich an Mitarbeiter*innen öffentlicher und freier Träger der Erziehungshilfen und den angrenzen Arbeitsfeldern sowie Wissenschaftler*innen, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit.

 

Wir laden Sie herzlich dazu ein, in Potsdam Gestaltungs- und Möglichkeitsräume von Erziehungshilfen als pädagogische Orte gemeinsam auszuloten.

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Prof. Dr. Hans-Ullrich Krause
Erster Vorsitzender der IGfH

Prof. Dr. Frank Früchtel
Dekan des Fachbereichs Sozial- und Bildungswissenschaften der Fachhochschule Potsdam

Dr. Carmen Thiele
Sprecherin der IGfH-Fachgruppe Erziehungsstellten/Pflegefamilien

Bodo Ströber
Sprecher der IGfH-Regionalgruppe Brandenburg

 

 

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